Die Dorflinde von Gleiberg

Die 800jährige Dorflinde von Gleiberg

Am süd- / östlichen Burghang befand sich die „800jährige Dorflinde“. Durch ihr mächtiges Blätterdach bot sie Kindern, Kirchgängern und Besuchern des Ortes und der Burg Gleiberg Schutz vor Regen und Sonne. Im Sommer war sie ein beliebter Treffpunkt für jung und alt. Viele Generationen von Menschen verweilten unter ihrem mächtigen Blätterdach. Deshalb war es besonders schmerzlich, als 1978 die „Alte Linde“ während eines Sturmes umstürzte.

"Vor dem Südtore, in der Nähe eines tiefen Brunnens, steht eine mächtige, schöne "Gerichtslinde", die sich durch ein hohes Alter auszeichnet".

Heimatkunde des Kreises Wetzlar, 1901.

Historische Aufnahmen der Alten Gerichtslinde

Bilder von Gleiberger Bürgern und den Fotofreunden Krofdorf-Gleiberg

1928 wurde die "Kreisstelle für Naturdenkmalpflege" im Kreis Wetzlar gegründet. Im Naturdenkmalbuch von 1952 stand auch die Dorflinde von Gleiberg mit folgenden Angaben: "Kleinblättrige Linde / Krofdorf - Gleiberg / In Gleiberg am Burghang nach SO / Umfang 4,30m / 23 bis 24 m hoch.

Heimatkalender des Kreises Wetzlar 1952

Heimatkalender des Kreises Wetzlar 1955

Die Alten unter der Alten / Ruheplatz unter der 800jährigen Linde

"Vor dem Südtore, in der Nähe eines tiefen Brunnens, steht eine mächtige, schöne "Gerichtslinde", die sich durch ein hohes Alter auszeichnet".

Heimatkunde des Kreises Wetzlar, 1901.

Die Dorflinden bildeten früher den Sammel- und Mittelpunkt des Dorflebens, unter ihnen wurden die Dorffeste gefeiert und als Gerichtslinden tagten unter ihnen auch die dörflichen Gerichtsversammlungen. Von diesen Linden, die künstlich in eine bestimmte Form gebracht worden sein müssen, gab es einige. Dabei wurden die unteren Äste waagerecht gezogen und an ihren Enden durch Holzstangen oder Steinpfosten gestützt, so dass ein schattiger Versammlungs- oder Tanzraum entstand.

Die Gleiberger Dorflinde Nach dem Sturm von 1978

Fotos: Margritt Fries -Volgmann

"Gewöhnlich war deshalb auch auf dem Kirchhof ein Baum, namentlich eine Linde gepflanzt, unter deren Schutz die Schöffen beriethen, oder auch Bürger sich versammelten. Eine solche Gerichtslinde stand häufig auch vor dem Thor, wo mehr Raum für größere Versammlungen der Bürger war, z.B. in Gleiberg, Grüningen...... ."

Geschichte von Gießen und der Umgebung, 1876.