04.04.2014

Foto: Mattern

Wolfgang Jahn (2.v.l.) überreichte die Spende an Helmut Gresko. Mit dabei waren Ralf Volgmann (l.) und Torsten Pausch.

„Ehrenbauleiter“ setzt sich voller Tatendrang ein

SPENDE Wolfgang Jahn überreicht 760 Euro an Verein Bürgerprojekt Gleiberg / Geld wird für Rekonstruktion des alten Ziehbrunnens genutzt

KROFDORF-GLEIBERG - (mf). Am 1. März feierte Wolfgang Jahn sein 80. Wiegenfest. Er ist Mitglied im Verein Bürgerprojekt Gleiberg und dies mit Leib und Seele. Nicht nur, dass er jeden Samstag „auf der Matte steht“, wenn eine Handvoll Freiwilliger des Vereins das derzeit größte und ehrgeizige Projekt vorantreiben. Nein, der Neu-Achtziger unterstützt es auch finanziell: Der „Ehrenbauleiter“, wie ihn seine Vereinskollegen ebenso liebe- wie respektvoll nennen, hatte auf Geschenke anlässlich seines Geburtstages verzichtet und um Spenden für das Projekt „Ziehbrunnen“ gebeten. 760 Euro kamen zusammen, die er jetzt vor Ort an den Vorstand, mit Ralph Volgmann an der Spitze, überreichte.

Seit drei Jahren wird an der möglichst originalgetreuen Rekonstruktion des alten, ehemaligen Ziehbrunnens in den „Borngärten“, am Gleiberger Nordhang gearbeitet. Zug um Zug nimmt so das kleine Areal Formen an. Der Bautrupp, mit Helmut Gresko an der Spitze, hat es aus dem Dornröschenschlaf erweckt und mit bislang viel Herzblut, Zeitaufwand und Sach- und Fachverstand, durch das Aneinanderfügen und Aufeinandersetzen der alten Bruchsteine wieder zu einem Bild geformt. Der Brunnen ist inzwischen fertig. Ihn ziert eine hübsche funktionstüchtige Handschwengelpumpe, wie sie um die Jahrhundertwende genutzt wurde. Alle Arbeiten unterliegen der genauen Beobachtung der Denkmalspfleger und alle Auflagen werden vom Verein genausten eingehalten. Das macht die Dinge manchmal nicht einfach, aber immer interessant. Fertig ist man noch lange nicht, aber „wir haben ja auch keinen Zeitdruck“, heißt es. Lieber etwas länger arbeiten, dafür aber gewissenhaft. Was bisher geleistet wurde, macht in der Tat einen soliden Eindruck. 400 Stunden ehrenamtliches Engagement leisteten die Hobbymaurer des Bürgerprojektes Gleiberg im vergangenen Jahr. Fast 5000 Euro hat der Verein aus Eigenmitteln investieren müssen.

Daher hofft der Spender, dass sein Vorbild vielleicht ein paar Nachahmer findet, bevor er die Mannschaft nach der Spendenübergabe wieder antreibt, Hacke und Schippe endlich in die Hand zu nehmen, was ihm auch den ebenfalls liebevoll gemeinten Namen „Sklaventreiber“ einbrachte.

Gießener Anzeiger, 04.04.2014