10.09.2014

Zeitreise ins Wettenberger Mittelalter
GLEIBERGFEST Am Wochenende sorgen Gaukler, Ritter und anderes fahrendes Volk für eine einzigartige Atmosphäre

KROFDORF-GLEIBERG - (stl). Alle fünf Jahre wieder … wird die Burg Gleiberg mit dem Gleibergfest optisch ins Mittelalter zurückversetzt. Spielleute, Minnesänger, Ritter und Handwerker geben sich dann ein Stelldichein, und an mittelalterlichen wie modernen Speisen können die Besucher sich laben. Am Wochenende ist es wieder soweit. Um 11.30 Uhr wird der Festumzug auf dem Sorguesplatz starten und sich zur Burg hinaufwinden. Dort wird das bunte Markttreiben mit Böllerschüssen der Kanoniergesellschaft Wettenberg und Grußworten eröffnet.

Was Gäste auf der Burg erwartet, darüber berichteten aus dem Organisationsteam Ralf Volgmann, der gemeinsam mit Oliver Wegener die Federführung inne hat, Günther Feußner vom Gleibergverein, Altbürgermeister Gerhard Schmidt und Bürgermeister Thomas Brunner.

Innerhalb der alten Mauern werden die Besucher in eine andere Zeit versetzt; nicht nur die Helfer, auch die Marktbeschicker sind angehalten, mittelalterlich gekleidet und mit mittelalterlicher Ausrüstung zu erscheinen. Außerhalb der Burgmauer wird es einen „moderneren“ Markt geben; eine dritte Marktinsel wird sich im alten Gleiberger Ortskern befinden.

Neben dem Handelsgewerbe wird es auch zahlreiche Mitmachangebote geben. Auf der Oberburg sollen drei Ritterlager aufgeschlagen werden, die besichtigt werden können. Auch Berufe werden vorgestellt. So werden die Gäste einem Arzt des Mittelalters bei seiner Arbeit über die Schulter sehen können. Gaukler werden ebenso zur Unterhaltung der Besucher anwesend sein wie mittelalterliche Tänzer. Musik wird unter anderem von den Gruppen „Brummtopf“ und „Liudon Incorruptus“ kommen. Letztere werden am Samstagabend um 20 Uhr ein großes Konzert geben. Der Sonntag wird um 10 Uhr durch einen Mundartgottesdienst mit Musik in der Gleiberger Katharinenkirche eingeläutet.

Wer zum Gleiberg möchte, kann an beiden Tagen die Buslinie 802 nutzen, die nahe dem Festgelände hält. Über Parkmöglichkeiten kann man sich im Internet informieren. Auch Wandern ist möglich, denn das Wetter soll am Wochenende schön werden. Am Samstag ist die Teilnahme an einer Sternwanderung möglich: Der Wanderaktionstag des Landkreises Gießen führt dieses Jahr von sieben Orten aus auf den Gleiberg. Um 14 Uhr werden die Teilnehmer dort eintreffen und von Landrätin Anita Schneider begrüßt. Am Sonntag ist der deutschlandweite „Tag des Denkmals“. Auf dem Gleiberg werden jeweils um 11 und um 14 Uhr Führungen angeboten. Diese können auch unabhängig vom Gleibergfest besucht werden.

Das Gleibergfest hat für die Burg eine große Bedeutung, denn der Erlös fließt in die Erhaltung der mittelalterlichen Anlage. Diese hatte der Gleibergverein im Jahr 1879 vom Land Preußen erhalten – unter der Bedingung, die Anlage zu bewahren und stets öffentlich zugänglich zu machen. Trotz aller Zuschüsse ist das ein gewaltiger finanzieller Kraftakt, wie Feußner erklärte. So kostete die Sanierung des Bergfrieds und des Innenhofs zusammen mit der Abwasseranlage insgesamt fast 600 000 Euro. Der Verein musste dafür einen Kredit aufnehmen.

Deshalb ist es Ehrensache, dass die anderen Ortsvereine den Gleibergverein unterstützen. Die Gemeinde Wettenberg, die Nabu-Ortsgruppe Krofdorf-Gleiberg und das Bürgerprojekt Gleiberg sind in diesem Jahr an der Organisation beteiligt; aber auch alle anderen Vereine sind mit Ständen und Helfern vertreten. „Über 420 Ehrenamtliche sind bereits jetzt tätig“, so Volgmann stolz. Von den über 40 Ständen wird ein gutes Drittel durch die Vereine betreut.

Gießener Anzeiger, 10.09.2014