15.02.2014

Ein Aquarell von Hugo von Ritgen aus den 1860er Jahren zeigt den Brunnen am Gleiberger Nordhang. (Repro: m)

Bürgerprojekt Gleiberg richtet alten Brunnen in den Borngärten her

Wettenberg (m). Es war ein aufregendes Jahr mit viel Arbeit und daran wird sich auch 2014 nichts ändern. Der Verein »Bürgerprojekt Gleiberg« macht seinem Namen alle Ehre und sein größtes Projekt, an dem eine Handvoll Mitglieder seit fast drei Jahren wirken, ist die Rekonstruktion des alten, ehemaligen Ziehbrunnens. In den »Borngärten« am Gleiberger Nordhang wird dieses Stück fast vergessener Dorfgeschichte aus dem Dornröschenschlaf geholt.

In der Jahreshauptversammlung erinnerten Vorsitzender Ralph Volgmann und Torsten Pausch, der Leiter des Bauteams, mit Bildern an die Arbeitseinsätze im vergangenen Jahr. Zug um Zug nimmt das kleine Areal, das sich in den Gleiberghang am Fuße der Burg schmiegt, Formen an. Der Bautrupp hat Stein für Stein zu einem Puzzle zusammengesetzt, den Brunnen vermessen und nun ziert ihn wieder eine funktionstüchtige Handschwengelpumpe. So wurde um die vorletzte Jahrhundertwende noch das Wasser zutage befördert, nachdem die Ziehbrunnen-Technik ausgedient hatte. Alle Arbeiten sind abgestimmt mit der Denkmalpflege, und alle Auflagen werden vom Verein genauestens eingehalten. Das macht die Dinge manchmal nicht einfach, aber immer interessant, hieß es. Auch der Zaun, der das Grundstück jetzt einfriedet, entspricht diesen Vorgaben. 400 Stunden ehrenamtlichen Engagements leisteten die Hobbymaurer des Bürgerprojektes Gleiberg im vergangenen Jahr. Das imponierte auch Bürgermeister Thomas Brunner, der als Gast bei der Vollversammlung im Gleiberger »Tempelchen« dabei war. Fast 5000 Euro hat der Verein aus Eigenmitteln investieren, um dem Denkmalschutz und anderen Vorgaben gerecht zu werden. Der Bürgermeister versprach jedwede Unterstützung seitens der Gemeinde, um das Projekt weiter voranzubringen.

Zugleich nutzte er die Versammlung, um für das neue Programm der Dorferneuerung und die daraus resultierenden Chancen zu werben. Im Frühjahr könnte schon Geld vom Land Hessen fließen. Diese Aussichten erleichtern auch die Arbeit des Vereins Bürgerprojekt Gleiberg.

Brunner dankte zudem ausdrücklich für das gemeinsame Ferienspielangebot von Bürgerprojekt und Sängervereinigung: Kinder und Eltern waren begeistert, eine Neuauflage gibt es in den großen Ferien 2014: Geplant wird ein Ritterlager mit bis zu 30 Kindern. Erinnert wurde zudem an Osterbrunnen mit Ostereierweitflugwettbewerb, Brunnenfest, Eierzug, Nikolausfeier und Brunnentreff. Die Vorstandsberichte wurden ergänzt durch den Bericht des Schatzmeisters Burkhard Rinn.

Das neue Jahr wird geprägt sein vom Gleibergfest am 13. und 14. September: Deshalb wird es in 2014 auch kein Brunnenfest geben, da das Gleibergfest viel Zeit, Kraft und Personal bindet, sagte der Vorsitzende. Diskutiert wurden abschließend Ideen und Vorschläge, dem Nikolausfest ein neues Gesicht zu geben und es als Weihnachtsmarkt attraktiver zu gestalten. Bedenken und mutige Appelle, dies zu versuchen, hielten sich die Waage. Unbestritten würde das Ambiente Gleibergs mit seinem historischen Ortskern und der Burg eine einladende Umgebung sein. Man beschloss, dem zarten Pflänzchen Wachstumschancen zu geben.