26.10.2007

Bürgerprojekt Gleiberg im Einsatz - Kein regulärer Burgzugang

WETTENBERG (mf). Den historischen Südaufstieg vom Parkplatz an der Torstraße bis zur Burg Gleiberg wieder nutzbar zu machen, das hat sich der knapp ein Jahr junge Verein Bürgerprojekt Gleiberg vorgenommen.

Auslöser für dieses Projekt war ein unerwarteter Geldsegen der Volksbank Mittelhessen, die anlässlich ihres 150. Geburtstages im kommenden Jahr eine Gesamtsumme von 150000 Euro zur Verfügung stellte, um damit Vorhaben im Bereich der Heimatpflege zu unterstützen.

Ein Bewerbungsschreiben richtete auch das Bürgerprojekt Gleiberg an das Geldinstitut. Dann kam die Nachricht, dass man unter den zwölf Gewinnern von insgesamt 320 Bewerbern sei, an die das Geld verteilt werden soll. Eine 8000 Euro-Förderzusage ging Schriftführer Jürgen Denhard per Post zu. Kurz darauf wurde eine Mitgliederversammlung einberufen um zu beraten, wie es weitergehen könne.

Fest stand, den Südaufstieg wieder begehbar zu machen. Der Termin für einen ersten Arbeitseinsatz wurde festgelegt. Jetzt konnte man eine hochmotivierte, bienenfleißige Schar am südlichen Gleiberghang regelrecht „ackern" sehen. 8000 Euro sind natürlich ein Ansporn, um sich kräftig ins Zeug zu legen. Dafür waren sich auch zehn Mitarbeiter der Volksbank, darunter Filialbereichsleiterin Silke Roßbach, nicht zu schade, krempelten die Ärmel hoch und packten kräftig mit an.

Über 25 Mitglieder des Bürgerprojekts Gleiberg freute sich Vorsitzender Ralf Volgmann. Auch der gemeindliche Bauhof war mit dabei, stellte einiges an Fahrzeugen und Gerätschaften zur Verfügung. Zugewuchert wie beim Dornröschenschloss war der Weg in den letzten Jahren. Deshalb lag das Hauptaugenmerk zunächst einmal auf dem Freischneiden. Heckenschere, Motorsense und Kettensäge machten kurzen Prozess mit dem Gestrüpp.

„Ich hätte nie gedacht, dass wir an einem einzigen Tag so weit voran kommen", staunte der Vorsitzende. Die Frauen des Vereins hatten sich auch noch um das leibliche Wohl gekümmert, denn „ohne Mampf kein Kampf. 'Im Frühjahr ist der nächste Arbeitseinsatz geplant. Dann gehe es um die Ausgestaltung des rund 300 Meter langen Weges. Natürlich könne nicht die Rede von einer grundlegenden Erneuerung oder sogar Befestigung sein, erklärte Volgmann.
Aber: Wo es passt, sollen Stufen errichtet, vielleicht eine Sitzmöglichkeit und auch eine Informationstafel über die Flora und Fauna des Gleiberghangs aufgestellt werden. Vorher soll ein Landschaftsarchitekt aus sachlicher und fachlicher Sicht Tipps geben und das Projekt zunächst einmal in Augenschein nehmen.

Es kann und soll kein regulärer Burgzugang werden, da allein schon auf Grund der Topografie dieser Weg nicht für Menschen mit einer Gehbehinderung geeignet ist und auch weniger sportlich geübte ihre Schwierigkeiten beim Begehen haben dürften. Aber ein StückHistorie wird wieder ins Bewusstsein gerückt, hofft der Vorsitzende, der betont, dass die Maßnahme mit dem Gleiberg-Verein abgestimmt sei und dessen volle Unterstützuns habe.

Gießener Anzeiger, 26.10.2007